Spree-Athen e.V.

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"Unsere Begegnungen könnte man auch ein unendliches Gespräch zwischen Philosophie, Literatur, Religion und Psychologie nennen – oder eine Bewegung zwischen Philosophieren, Dichten, Glauben, Wissen und Wahrnehmen."

Informationsflut und Bildüberreizung:

 
Informationsflut und Bildüberreizung: vergeht uns bald Hören und Sehen?
Gedanken zum Schatz des Sprechens von Humboldt bis Cassirer und darüber hinaus

von Frank Hahn
 
 
Sprache ist nicht Information, auch wenn dies in der "Informationsgesellschaft" häufig behauptet wird.
Wir drohen manches Mal, in der Informationsflut zu ertrinken, und gleichzeitig verarmt unsere Sprache zusehends, wie man am öffentlichen Gebrauch von "Plastikwörtern" sehen - oder besser - hören kann.
Weil das Denken vom Sprechen abhängt, ist dringend ein Bewusstseinswandel geboten bzw. ein besseres Verständnis, was Sprache eigentlich sei. Vom Ursprung der Sprache, von Plastikwörtern und von großen Sprachdenkern wie Humboldt, Herder oder Liebrucks handelt der folgende Text, der als Vortrag in Berlin
am 16.Oktober 2008 vor dem Verein "Spree-Athen e.V." gehalten wurde.
 

Ernst Cassirer

Von Wilhelm von Humboldt wissen wir, dass eine Nation nur in dem Masse geistige Fortschritte macht, wie ihre „eigentümliche Sprache dazu den Grad der Bildung abgibt". Blicken wir unter diesem Gesichtspunkt auf die Entwicklung der Sprache in heutiger Zeit, müsste man sich wohl ernsthaft Sorgen um die geistigen Fortschritte machen - und somit um die gesellschaftliche, kulturelle und politische Entwicklung. Wir erleben eine Entsprachlichung und eine Tendenz zur Untersprachlichkeit, wie es Bruno Liebrucks genannt hat - ein viel zu wenig beachteter Philosoph aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Was meinte er damit?

Das eine Extrem von Untersprachlichkeit kann man jeden Tag in der Öffentlichkeit erleben, wenn die Aggression zwischen zwei Menschen so steigt, dass sie sich gegenseitig Schläge androhen. Obwohl in der Drohung noch gesprochen wird, befindet sich die Situation kurz vor dem Ende der Spachlichkeit - die Sprache verstummt sozusagen im Sprechen, weil nur noch nackte Gewalt ausgedrückt wird. In der großen Politik führt das Verstummen zum Krieg.

Das andere Extrem der Untersprachlichkeit sind Sätze wie diese: „Wir müssen die Zielkonflikte kommunizieren, um ein diskursives Trägerschaftsverfahren zu finden". Als ich diesen Satz kürzlich bei einer öffentlichen Diskussion gehört habe, wurde mir klar, was Uwe Pörksen mit den sog. Plastikwörtern gemeint hat. Er hat dazu schon vor 20 Jahren ein erstes Buch geschrieben (1). Plastikwörter sind gefährlicher als die Sprache der Gewalt, denn sie wirken subtil. Sie tragen das Gewand der scheinbaren Wissenschaftlichkeit an sich und verbreiten so eine gewisse Aura des Unnahbaren um sich.

Pörksen erwähnt als Beispiel eine Konferenz in Mexiko, die sich dem Thema Entwicklung gewidmet hat. Die ganze Konferenz kam im wesentlichen mit einem Wortschatz von 15 Worten (!) aus - unter ihnen Fortschritt, Interdependenz, Synergie, Information, Ressource usw. Was eigentlich gesagt werden sollte, konnte hinterher niemand mehr so richtig wiedergeben. Nur dass es sehr wichtig war, dass man sich in den „Eckpunkten einig werden konnte", dass die „Rahmenbedingungen stimmten", und das man in Zukunft den „Informationsfluss", die Feinabstimmung zur „Bündelung der Synergien" usw. besser koordinieren müsse! Es wird also mit Plastikwörtern auf Plastikwörter geantwortet.

Die Plastikwort-Sprache verkommt immer mehr zu Sätzen nach dem Vorbild A = B, deswegen B=C : „Information ist Kommunikation. Kommunikation ist Austausch. Austausch ist eine Beziehung, Beziehung ist ein Prozess, Prozess bedeutet Entwicklung, Entwicklung ist ein Grundbedürfnis, Grundbedürfnisse sind Ressourcen, Ressourcen sind ein Problem, Probleme bedeuten Dienstleistung. Dienstleistungssysteme sind Rollensysteme, Rollensysteme sind Partnersysteme, Partnersysteme bedeuten Kommunikation, Kommunikation ist Information." (2) Neuerdings heißt es in „wissenschaftlichen Marketingstrategien" einfach nur noch: „The Customer is the Product!"

Hinter dem Schleier der Plastikwörter baut sich ungehemmt und scheinbar unentdeckt eine internationale Diktatur auf, wie Pörksen es nennt. Die Entwicklung der letzten Jahre auf den Finanzmärkten liefert hier Anschauungsmaterial. Was dort angeboten wurde, hatte sehr geheimnisvolle Namen, man sprach plötzlich von verbrieften Risiken, strukturierten Papieren, ausserbilanzlichen Absicherungsgeschäften, wo doch ein einziges Wort ausgereicht hätte: Betrug. Aber alle haben mitgemacht, schließlich waren „alle" potentielle Gewinner, die auf Schnäppchen, Margen, Mitnahmeeffekte getrimmt worden waren. Wer der Magie der Plastikwörter verfällt, wird schnell willenlos und unmündig. Das ist es, worauf Pörksen mit seiner Warnung vor einer internationalen Diktatur schon beizeiten abheben wollte. Wenn Worte und Sätze uns beherrschen, ist es genauso schlimm, als wenn wir einen Gedanken in ein Wort BANNEN, in beiden Fällen wird eine Abhängigkeit geschaffen, die unsere Denk- und Sprachfähigkeit untergräbt. Beides hängt miteinander zusammen, wie zu zeigen sein wird. Schon Humboldt betonte, dass man Sprache und Denken nie identisch genug denken könne.



SPRACHE IST NICHT INFORMATION

Was ist Sprache? Heute wird man uns den Terminus technicus der „Information" anbieten, um Sprache zu definieren. Wir leben schließlich in einer Informationsgesellschaft, unser Wissen ist Information, Macht beruht auf Information, die Menschen wollen informiert sein. Während früher Menschen nach Bildung strebten oder man jemandem einen guten Charakter attestierte, dann gilt es heute am meisten, wenn jemand „gut informiert" ist.

Wir hängen also immer an irgendeinem Gerät, das uns INFORMIEREN SOLL (F.H.), damit wir bloß nichts versäumen, damit wir immer gut informiert sind. Da geht es natürlich vor allem um Schnelligkeit. Bilder sind jedoch schneller als Worte - also strömen auf uns überall, wo wir gehen und stehen, Bilder, Bildwelten, Bildfluten ein. Ob Plakatwände, Werbeflächen oder „public viewing": Sprache wird zunehmend durch Bilder ersetzt, was einen weiteren Aspekt der Entsprachlichung ausmacht. Es geht hier nicht um moderne „Bilderstürmerei", aber dass der Mensch etwas auf Bildern sieht und das Gesehene möglicherweise in einer Zeichnung wiedergeben kann, ist nur möglich, weil er den empfangenen Eindruck ausdrücken kann, und dazu bedarf er der Sprache.

Durch die Bilderflut der heutigen Gesellschaft sollen wir jedoch keinen Eindruck mehr empfangen, sondern flüchtige Botschaften. Wir sollen als Kunden und Verbraucher durch Bilder, die Signale an das Unbewusste aussenden, konditioniert werden. Die Bilderwelt verstärkt damit die Untersprachlichkeit. Auch Sprache wird schließlich auf die Eigenschaft reduziert, Träger der Information zwischen „Sender und Empfänger" zu sein. Die einfachste Definition von Sprache scheint die eines System von Zeichen, in denen eine Information enthalten ist, zu sein. Pörksen weist auf die Veränderung hin, welche die Bedeutung des Wortes Information im Laufe der Jahrzehnte erfahren hat. Noch bis in die 50er Jahre verstand man unter Information eine Vielfalt von Bedeutungen wie Unterricht, Unterweisung, Auskunft, Bericht, Erkundigung, Belehrung etc. In den 70er Jahren schwand die Vielzahl der Bedeutungen bis hin zu einem deutlichen Wandel des Inhalts. Information bedeutete nun lediglich Nachricht oder galt als Bezeichnung von Gegenständen. Zunehmend führt diese Bezeichnung des „faktisch Gegebenen" oder der reinen Fakten dazu, in ihnen das Bedeutsame zu sehen und nicht in der Tätigkeit, der Veränderung, den Zwischentönen und Übergängen von seelischen Empfindungen, in deren Zusammenhängen überhaupt erst das entsteht, was wir voreilig als „Faktum" benennen. Und so schrumpfen auch die Verben zu Assistenten der Information, zu bloßen Wasserträgern oder Hilfskräften dessen, was zählt: Informationen werden eingeholt, gesammelt, empfangen, ausgetauscht, übermittelt, überprüft, weiter gegeben. Man hat sie oder gibt sie. In diesem Sprachgebrauch entsteht eine merkwürdige Aura um die Information, so dass sich unzählige Plastikwörter aus dem Wort Information bilden, die uns umschwirren und ständig begleiten. Es gibt eine Informationsflut (der Titel des Vortrags), ein Informationsdefizit, ein Informationsbedürfnis, eine Informationslücke, einen Informationsstand, Informationsmaterial usw. Information hat also Macht über unsere Sprache gewonnen, sie wird als etwas Substantielles behandelt und gewinnt geradezu MATERIELLE BEDEUTUNG (F.H.). Man spricht in der Informationsgesellschaft nicht umsonst vom Rohstoff, der Ressource, dem neuen PRODUKTIONSFAKTOR (F.H.) Information.

Und damit passiert etwas Weiteres: Information bekommt in dieser Bedeutung den Charakter des Unbezweifelbaren, sie ist ein geronnenes Produkt aus angeblich „wissenschaftlich messbaren DATEN", das unanfechtbar und „über jede Diskussion erhaben" hingenommen werden soll. Damit wird ein bestimmtes Weltbild - eben das der Informationsgesellschaft - geschaffen, das die Gesellschaft in Besitzer und Nicht-Besitzer von Information aufteilt. Die einen sind dabei, die anderen nicht, die einen geben den Ton an, die anderen haben nichts zu sagen.

Grundlage dafür ist die angebliche EINDEUTIGKEIT (F.H.) der Information, wie sie aus der Kybernetik und der Informationstheorie abgeleitet wird. Hier ist die Information der Gegenbegriff zur Redundanz, dem Überflüssigen und Überschüssigen. Information ist also eine Datenmasse, aus der alle Überflüssigen, mehrdeutigen Elemente säuberlich ausgesondert wurden, und die nun in „chemischer Reinheit" mithilfe der Sprache zwischen Sender und Empfänger transportiert wird. Am Ende dieser sprachlichen Aussonderung könnte in ein bis zwei Generationen könnte unserer Gesellschaft der Verlust der Sprachfähigkeit drohen, warnen manche Wissenschaftler. Der Anfang wäre dann die ENTSPRACHLICHUNG (F.H.), die wir mit der Informationsflut erleben. Der Informationsaustausch ersetzt das Gespräch, die Sprache wird also zum Marktplatz als neoliberales Konstrukt für den Handel mit Informationen? Erleben wir bald, wie man sich gegen eventuelle Risiken der Falschinformation durch Informations-Derivate absichert?



DIE MEHRDEUTIGKEIT DER SPRACHE

Wir sollen also Wege suchen, die aus der Entsprachlichung herausführen, Wege zur Wiedergewinnung der Sprachlichkeit. Ich berufe mich dabei auf drei große Denker:
Wilhelm von Humboldt, Ernst Cassirer und Bruno Liebrucks. Die beiden Letztgenannten haben gesagt, Sprache sei der Ausdruck des Eindrucks. Cassirer spricht ferner davon, dass Sprache Ausdruck und Darstellung sei, Ausdruck eines inneren Gefühls, Darstellung äußerer Sachverhalte oder Gegenstände, gleichzeitig aber auch Darstellung der Gefühlswelt. Das mag den Informationsgläubigen irritieren, denn es vergrößert sich offenbar der Raum für Mehrdeutigkeiten, wenn wir von Gefühl, Eindruck und Darstellung reden. Der große russische Sprachdenker und Philosoph Pawel Florenski sagt es unumwunden: jedes Wort kann auch genau sein GEGENTEIL (F.H.) bedeuten, worauf schließlich die Ironie beruht. So kann das Wort „warm" auch „kalt" bedeuten, wenn es in entsprechendem Zusammenhang benutzt wird. Wenn z.B. jemand den Gästen im Haus erzählt, es sei draußen sehr warm, nur weil die Temperatur von minus 30 auf minus 28 Grad gestiegen ist, haben wir es offensichtlich mit einer ironischen Verkehrung der Wortbedeutung zu tun. Die Informationsfanatiker sind froh darüber, dass bei ihnen das Problem der Mehrdeutigkeit nicht auftritt, aber Sprache ist nicht eindeutig. Auch Humboldt unterstreicht, dass Sprache nicht aus Zeichen zur Bezeichnung der Wirklichkeit besteht:

„Keiner denkt bei dem Wort gerade und genau das, was der andere, und die noch so kleine Verschiedenheit zittert, wie ein Kreis im Wasser, durch die ganze Sprache fort. Alles Verstehen ist daher immer zugleich ein Nicht-Verstehen, alle Übereinstimmung in Gedanken und Gefühlen zugleich ein Auseinandergehen." (3)

Jetzt haben wir plötzlich keine Information mehr, sondern ein Problem. Und darauf haben Sprachkritiker, Sprachskeptiker und Philosophen schon immer hingewiesen, dass die Sprache ein unzulängliches Mittel sei, Erkenntnis zu gewinnen. Eine Antwort darauf war der Versuch, die Philosophie zu mathematisieren, um Eindeutigkeit hineinzubringen. Humboldt kann uns von dieser Enttäuschung sprachlicher „Unzulänglichkeit" nicht befreien, im Gegenteil verstärkt er sie noch:

„....wir sehen jenes Gebiet (das jenseits der Sprache liegt) als ein fernes Land - zu dem aber nur sie und sie nie ganz führt!" (4)

Liebrucks sekundiert hier: „Der Mensch erfährt seine eigene Unzulänglichkeit durch die Sprache, aber zugleich erfährt er, dass er kein andres Mittel besitzt !"

Auch Humboldt sieht es so: „Der Mensch denkt, lebt und fühlt allein in der Sprache, und muss erst durch sie gebildet werden... " (5)

Wir können also nur durch ein unzulängliches Mittel gebildet werden, dem wir nicht trauen können, ein Werkzeug, das während wir es mit der Hand führen, sich plötzlich verbiegt und selbst die Hand führt, und zwar in eine andere Richtung als wir das wollten? „Beherrscht" also die Sprache uns statt dass wir sie „beherrschen"?

Humboldt gibt auch darauf mehrere Antworten, zunächst sagt er: „Die Sprache in ihrem wirklichen Wesen aufgefasst, ist etwas beständig und in jedem Augenblick Vorübergehendes ...sie selbst ist kein WERK (ERGON), sondern eine Tätigkeit (Energeia)....sie ist nämlich die sich ewig wiederholende Arbeit des Geistes, den artikulierten Laut zum Ausdruck des Gedankens fähig zu machen. Unmittelbar und streng genommen ist dies die Definition des jedesmaligen Sprechens; aber im wahren und wesentlichen Sinn kann man nur die Totalität des Sprechens als die Sprache ansehen." (6)

Dann jedoch bezeichnet er die Sprache auch wieder als festgeformte Elemente, als tote Masse, die dem Geist seine Bahn vorzeichnet:

„Sie (die Sprache) besitzt eine sich uns sichtbar offenbarende Selbsttätigkeit, und ist - von dieser Seite betrachtet - kein Erzeugnis der Tätigkeit, sondern eine unwillkürliche Emanation des Geistes....so hat die Sprache zugleich ein unabhängiges, äußeres, gegen den Menschen selbst Gewalt übendes Dasein." (7)



VOM URSPRUNG DER SPRACHE: GÖTTLICH ODER NATÜRLICH?

Also ist sie nun Ergon oder Energeia? Wir sehen schon hier, dass wir bei der Betrachtung von Sprache uns plötzlich mitten im Getümmel der philosophischen Fragen befinden, die das Abendland seit Jahrtausenden beschäftigen. Freiheit oder Notwendigkeit, Sein oder Werden, Universalität und Individualität sind einige der Stichworte dieser philosophischen Fragen.

Wenn das Nachdenken über Sprache uns so rasch zu diesen Kernfragen allen Philosophierens führt, dann liegt doch vielleicht in der Frage nach dem WESEN und URSPRUNG der Sprache eine Hoffnung, diese Fragen „endgültig" klären. Allerdings wird unser bereits ramponiertes Selbstverständnis als „Homo Sapiens" noch weiter strapaziert, wenn wir dieser Frage nachgehen. Einerseits leben, denken und fühlen wir nur in der Sprache - aber wenn wir uns fragen, was Sprache sei, wo ihr Ursprung liegt, dann stehen wir vor einem schier unüberwindlichen Problem. Denn wenn wir nach dem Ursprung und dem Wesen der Sprache fragen, dann tun wir das bereits in der Sprache. Die Sprache ist also immer bereits vorausgesetzt, bereits vorhanden, bevor wir anfangen, über Sprache zu reden. Wir bewegen uns mit unserer Frage nach der Sprache immer bereits in einer sprachlichen Welt. Wo fangen wir also an?

Nach alter Überlieferung war die Sprache GÖTTLICHEN URSPRUNGS (F.H.): im Anfang war das Wort. In der jüdischen Tradition heißt es, Jahwe habe die Welt durch das Sprechen erschaffen. Der zeitgenössische israelische Dichter Elazaar Benyoetz, dessen Thema die Sprache ist, hat das sehr schön gesagt:

„Im Anfang war das Wort, noch ehe Gottes Wille geschehen konnte und eine ganze Schöpfung rollte davon, auch der Schöpfer kommt zur Welt" (8)

Im 18.Jahrhundert war es Herder, der den Gedanken an den göttlichen Ursprung der Sprache zurückwies und sich damit gegen Süßmilch und Hamann stellte. Herder sprach vom natürlichen Ursprung der Sprache und brachte dies auf die bekannte Formel: „Schon als Tier hat der Mensch Sprache!" Sprache ist Laut, und wir unterscheiden uns von den anderen Tieren im wesentlichen dadurch, dass sich in unserer Physiognomie Kehlkopf und Mund in bestimmter Stellung zueinander befinden. Ist das nicht die nächste Enttäuschung? Die Sprache, die wir doch als Beweis unserer Vernunft, als geistiges Erzeugnis ansehen, ist mit unserer tierischen Natur eng verbunden? Wir unterscheiden uns von den Tieren lediglich durch die Stellung von Kehlkopf und Mund zueinander, oder wie wir heute besser wissen, einer bestimmten Eigenschaft der Muskeln unseres Schlundes?

Wie wir wissen, blieb Herder hier nicht stehen. Die Frage nach dem Unterschied zwischen Mensch und Tier beschäftigt uns jedoch weiterhin, und man könnte sie darauf zuspitzen, wodurch wir mit dem Laut einen Sinn ausdrücken, was beim Tier nur sehr eingeschränkt möglich ist. Ernst Cassirer hat dieses Thema anschaulich dargestellt, als er den Raum des Tieres als Handlungsraum bezeichnete, in dem das Tier unmittelbar auf seine Umwelt reagiert. Beim Menschen wird dieser Raum zum Blickraum, denn indem wir mithilfe der Sprache Dinge benennen, können wir diese Dinge plötzlich auf Distanz halten, sie überrennen uns nicht mehr, wir können vielmehr mit ihnen „umgehen", indem wir ihnen einen Namen geben. Wir schaffen Distanz, aber gleichzeitig holen wir die Dinge näher heran. Hier begegnen wir einer neuen Antithese, indem wir Verbindung und Trennung in einem Akt, durch ein und dasselbe Medium, der Sprache, erfahren. Kehren wir noch einmal zu Herder zurück: wie kann ein artikulierter LAUT, mithin ein physiologischer Vorgang der Muskelkontraktion und der akustischen Schwingung einen „geistigen" Inhalt ausdrücken? Tatsächlich ist diese Frage bis heute nicht beantwortet, auch die Neurowissenschaftler können hier keine befriedigende Antwort geben. Humboldt widmet sich ebenfalls ausführlich dem physiologischen Prozeß der Spracherzeugung. Eine seiner bekannten Ausführungen dazu liest sich so:

„Denn der Laut geht, als lebendiger Klang, wie das atmende Dasein selbst, aus der Brust hervor, begleitet, auch ohne Sprache, Schmerz und Freude, Abscheu und Begierde, und haucht also das Leben, aus dem sie hervorströmt, in den Sinn, der sie aufnimmt, .....Zum Sprachlaut endlich passt die, den Tieren versagte aufrechte Stellung des Menschen, der gleichsam durch ihn emporgerufen wird. Denn die Rede will nicht dumpf am Boden verhallen, sie verlangt, sich frei von den Lippen zu dem, an den sie gerichtet ist, zu ergießen....." (9)

Der aufrechte Gang als Unterscheidungsmerkmal gegenüber den Tieren?

Bevor die mögliche Kränkung unseres Selbstwerts überhand gewinnt, sei vielmehr Humboldts Verdienst gewürdigt, dass er in der Nachfolge Herders den Zusammenhang zwischen den vom Ton erzeugten SINNLICHEN LAUT und der INHALTLICHEN BEDEUTUNG (F.H.) desselben an vielen Beispielen veranschaulicht hat. So bemerkt er in Worten wie „Stehen, stetig, starr" den Eindruck des Festen, Worte wie „nagen, Neid, nicht" befördern durch ihren Klang die Vorstellung von etwas „fein und scharf Abschneidendem", und schließlich erzeugen Worte wie „Wehen, Wolke, Wind, Wunsch" den Eindruck einer „schwankenden, unruhigen, vor den Sinnen undeutlich durcheinander gehenden Bewegung". (10)

Die Sprachstudien führen Humboldt folgerichtig auf die Frage, wie die geistige und die leibliche Natur des Menschen miteinander in Wechselwirkung stehen.

Von immer wieder neuen Gesichtspunkten nähert sich Humboldt dem VERSUCH (F.H.), dieses Paradox der menschlichen Natur aufzulösen, ohne der VERSUCHUNG (F.H.) zu erliegen, es wirklich zu tun. Denn hier bewegen wir uns in einem Terrain, in dem bestimmte empirisch feststellbare Bezüge nicht durch eine aufgezwungene „Einheit" klarer zu fassen wären, sondern wir gerade durch das Zugeständnis, dass hier nichts weiter zu erklären ist, mehr Einsicht gewinnen. Zu diesem Fazit gelangt Humboldt am Ende einer der berühmten Passagen aus der „Verschiedenheit des Sprachbaus":

„Die Sprache ist das bildende Organ des Gedanken. Die intellektuelle Tätigkeit, durchaus geistig, durchaus innerlich und gewissermaßen spurlos vorübergehend, wird durch den LAUT in der Rede äußerlich und wahrnehmbar für die Sinne. Sie (die intellektuelle Tätigkeit) und die Sprache sind daher eins und unzertrennlich voneinander. Sie (die intellektuelle Tätigkeit) ist aber auch an die Notwendigkeit geknüpft, eine Verbindung mit dem Sprachlaute einzugehen; das Denken kann sonst nicht zur Deutlichkeit gelangen, die Vorstellung nicht zum Begriff werden. DIE UNZERTRENNLICHE VERBINDUNG DES GEDANKEN, DER STIMMWERKZEUGE UND DES GEHÖRS ZUR SPRACHE LIEGT UNABÄNDELRICH IN DER URSPRÜNGLICHEN, NICHT WEITER ZU ERKLÄRENDEN MENSCHLICHEN NATUR. (Hervorhebung von F.H.)" (11)



SPRACHLICHKEIT UND PHILOSOPHIE: OHNE WORTE KEIN GEDANKE

Während Philosophen seit Jahrtausenden mit dem „Dualismus" von Körper und Seele, Natur und Geist ringen, bilden Körper und Seele im Sprechvorgang eine natürlichen Zusammenhang. Die berühmte Frage nach der Henne und dem Ei lautet in diesem Fall: war zuerst der Laut oder der Gedanke, die Idee oder die Sprache, der Geist oder der Ton? Diese Frage ist in der Tat für unsere Geistesgeschichte von essentieller Bedeutung. Der Streit zwischen Idealisten und Materialisten ist nur ein Aspekt, der dabei berührt wird. Auch Humboldt hatte damit zu ringen, wie seine sich manchmal widersprechenden Aussagen

Zu dieser Thematik zeigen. Einmal bezeichnet er das Denken als eine geistige Handlung, die aber durch das „Bedürfnis nach Sprache ein Antrieb zu einer körperlichen" wird. In diesem Fall also geht das Denken dem Sprechen voraus - wir werden auch gegenteilige Sätze bei ihm finden.

Liebrucks sagt dazu das Folgende: „Die Ansicht. dass der Mensch zuerst den fertigen Gedanken ausbilde und in einem ZWEITEN AKT, der erst für sich sprachlich wäre, an die Mitteilung geht, was er auch ohne Schaden für den Gedanken unterlassen könnte, ist in der Geschichte der Philosophie der Hauptgrund dafür gewesen, dass Sprache bisher PHILOSOPHISCH (Hervorhebung F.H.) nicht thematisch wurde....." (12)

Liebrucks hat sein großes, siebenbändiges Werk „Sprache und Bewusstsein" deswegen geschrieben, um diesem Mangel abzuhelfen. Im zweiten Band beschäftigt er sich ausschließlich mit Wilhelm von Humboldt, dem er Sätze wie den obigen, wonach das Denken vor der Sprache entstehe, als ein Verharren in der Welt des Idealismus vorwirft. Doch tatsächlich lässt sich Humboldt nicht so leicht auf diese oder jene „Position" festlegen. Er bezieht nämlich an anderer Stelle die gegenteiligen Standpunkt, wonach der GEDANKE NICHT VOR DER SPRACHE (F.H.) entstehen kann. Es sei ein Irrtum, dass die Sprache vom Gedanken aus entstünde, also gewissermaßen das vorher deutlich Gedachte nur in Worte gekleidet würde. Diese grundlegende Einsicht wird von ihm mit berühmten Worten untermalt: „Denn der Mensch kommt nicht nach Art eines reinen Geistes in die Welt, der den fertigen Gedanken nur mit Tönen umkleidet, sondern als ein TÖNENDES ERDENGESCHÖPF (Hervorhebung F.H.), aus dessen Tönen sich aber, nach ihrer wundervollen Natur, durch ein in ihrem scheinbar zufälligen Gewirr ruhendes System alles Grosse, Reine und Geistige entwickelt." (13)

Liebrucks sagt lakonisch „Der Mensch kann nicht DENKEN OHNE ZU SPRECHEN" (Hervorhebung F.H.), und diese Feststellung ist philosophisch von größter Bedeutung. Zunächst einmal wird dadurch die Abbildtheorie entkräftet, wonach sich die Welt der Gegenstände, der Naturgesetze quasi eins zu eins in unserem GEIST abbilden ließe. Nur was ist dieser Geist? Vernunft ist Sprache, sagt Hamann. Wir können keinen Geist denken, der sprachlos daherkäme. Im Grimmschen Wörterbuch ist Geist „Hauch, Atem des Lebens", also durchaus nicht „geistig", sondern körperlich. Auch Humboldt spricht bisweilen vom Weingeist, vom starken „Geist reizender Getränke". Geistvoll ist nach ihm nur das, was intellektuelle Tiefe mit der Lebendigkeit sinnlicher Einbildungskraft verbindet. Bei der Vorstellung, die wirkliche Welt lasse sich im Geist des Menschen abbilden, bleibt die Sprache außen vor - sie kommt in den meisten Systemen nur als Epiphänomen vor. Dies wirkt auch in der Ansicht nach, Sprache sei Information. Nun ist es zweifellos das große Verdienst Kants, diese Abbildtheorie verworfen zu haben, das nannte er selbst die kopernikanische Wendung in der Philosophie. Kant sagte, bisher habe sich unsere Erkenntnis nach den Gegenständen gerichtet, wir würden besser damit fahren, wenn sich die Gegenstände nach der Beschaffenheit unseres Anschauungsvermögens richten, will heißen: in Wirklichkeit bilden wir in unserer Vorstellung nicht die Gegenstände ab, so wie sie sind, sondern wir nehmen die Gegenstände bereits durch bestimmte Vorstellungen wahr. Obwohl kein direkter „Schüler Kants" ist Humboldt zumindest durch das intellektuelle Milieu seiner Zeit geprägt, in der die „Sensation" der Kantische Philosophie Gegenstand hitziger Debatten war.

Insofern ist folgende Betrachtung Humboldts zu verstehen, nach der die Sprache oder der Sprechakt nicht die Gegenstände bezeichnet: „...die Vorstellungsart, wonach die Sprache bloß die schon an sich wahrgenommenen Gegenstände bezeichne, wird nicht bestätigt. ....denn das Wort ... ist nicht Abdruck des Gegenstandes an sich, sondern des von diesem in der Seele erzeugten Bildes." (14)

Bis zu diesem Punkt hat unsere Betrachtung zu einer gewissen Verunsicherung geführt, indem wir feststellten, dass jeder mit einem bestimmten Wort nie genau dasselbe wie der andere versteht, und dass Sprache immer mehrdeutig ist. Nun vernehmen wir auch noch, dass das Wort gar nicht den Gegenstand bezeichnet, den wir meinen, sondern lediglich die SUBJEKTIVE Vorstellung dieses Gegenstands. Reden wir also ständig aneinander vorbei? Sicher nicht immer, aber jeder kennt die Fülle von Missverständnissen und Fehldeutungen, selbst wenn es um scheinbar einfache Erklärungen oder Beschreibungen geht, ganz zu schweigen von Schilderungen der etwas komplexeren Art.



DIE „SEMANTISCHE DREISTRAHLIGKEIT": SPRACHE KNÜPFT DIE WELT ZUSAMMEN

Das „Wunderbare" der Sprache besteht jedoch gerade darin, dass sie geistige und körperliche Vorgänge verbindet, Subjekt und Objekt zusammenführt. Ich lese dazu den berühmten Satz Humboldts vor: „....Indem das geistige Streben sich Bahn durch die Lippen bricht, kehrt das Erzeugnis desselben zum EIGENEN OHRE (Hervorhebung F.H.) zurück. Die Vorstellung wird also in wirkliche Objektivität hinüberversetzt, ohne darum der Subjektivität entzogen zu sein. Dies vermag nur die Sprache....und ohne diese auch stillschweigend immer vorgehende Versetzung in zum Subjekt zurückkehrende Objektivität ist die Bildung des Begriffs, mithin alles wahre Denken unmöglich." (15)

Es bleibt jedoch nicht bei der durch Sprache ausgelösten Wechselwirkung zwischen Subjekt und Objekt, viel intensiver ist die Begegnung zwischen Subjekt und Subjekt. DER MENSCH VERSTEHT SICH SELBST NUR (F.H.), sagt Humboldt, wenn er das eigene Wort aus fremdem Mund wieder hört. Dadurch wird die Objektivität gesteigert - und durch die Sprache allein schließen wir uns dem GANZEN MENSCHENGESCHLECHT AN (F.H.): „Alles Sprechen....ist ein Anknüpfen des einzeln Empfundenen an die gemeinsame Natur der Menschheit." Also wird die Befürchtung des permanenten Missverstehens relativiert - in dieser mehrfachen Bewegung der Sprache oder der Töne zwischen Sprecher, Hörer und bezeichnetem Gegenstand nähern wir uns der Gegend, wo das Subjektive ins Objektive übergeht und umgekehrt. Wir müssen also nicht unentwegt aneinander vorbei reden, obwohl wir nicht vergessen dürfen, dass wirkliches Verstehen nur möglich ist, wenn der, an den das Wort gerichtet ist, die Bedeutung eben dieses Wortes in sich und aus sich heraus NEU ERZEUGT! Im Sprechakt baut sich also eine Beziehung zwischen dem Sprecher, dem Gegenstand und dem, an den das Wort gerichtet ist, auf. Bruno Liebrucks spricht denn auch von der Dreistrahligkeit der semantischen Relation:

„Der Laut zeigt nach drei Seiten: 1. zum sich und die Dinge ausdrückend-darstellenden Sprecher, 2. zum Angesprochenen, der in Richtung auf den Partner ein Signal gibt, worauf dann beide 3. in Richtung aufeinander und in Richtung auf das „über" die Dinge Ausgesagte sehen. Wir sehen hier die Sprache als UMWEG, wir bezeichnen nicht direkt die Wirklichkeit um uns her, sondern mit der Sprache umschreiben wir sie. Die Dreistrahligkeit der semantischen Relation heißt: jede menschliche Rede hat die Eigentümlichkeit, dass sie immer etwas von dem enthält, der spricht, immer etwas von dem, der angeredet wird, und immer etwas von der Sache, „über die" gesprochen wird. Dieser nach drei Seiten gerichtete Grundcharakter aller menschlichen Aussagen zeigt schon die nur eingeschränkte Bedeutung der berühmten Subjekt-Objekt-Relation innerhalb der menschlichen Erkenntnis....." (16)

In diesen Worten von Liebrucks ist das ganze Konzept der Wiedergewinnung von Sprachlichkeit enthalten: es geht um die Bewegung der Sprache als BEDINGUNG (F.H.) der Denkbewegung, die wenn wir uns ihrer bewusst werden, eine Entschleunigung menschlicher „Kommunikation" zur Folge hätte. Dass Zuhören gelernt sein will, scheint zwar trivial, ist aber angesichts einer tiefgreifend verdorbenen Gesprächskultur, die durch den Zeittakt der Ökonomisierung und durch Hierarchien des Wissens bestimmt ist, alles andere als selbstverständlich. Sprachlichkeit bedeutet, sich im Denken der BEWEGUNG (F.H.) der Sprache zu überlassen, erst dann kommt unser Denken auf Spuren, die weiterführen. Humboldt sagt an mehr als einer Stelle, dass man Sprache und Denken nie identisch genug „denken" kann.

Das bedeutet aber eben auch, dass dies nicht nur für das Gespräch mit dem anderen gilt, nicht nur für Rede und Gegenrede, Rede und Antwort zwischen Menschen, sondern auch für den Vorgang im DENKEN DES MENSCHEN IN EINSAMKEIT (F.H.). Humboldt sagt dazu: „Ohne daher auf die Mitteilung zwischen Menschen und Menschen zu sehen, ist das Sprechen eine notwendige Bedingung des Denkens des Einzelnen in abgeschlossener Einsamkeit." (17) Noch einmal heißt es also: DER MENSCH MUSS SPRECHEN, UM DENKEN ZU KÖNNEN (F.H.).

Kleist hat eine kleine Schrift mit dem Titel „Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden" verfasst, auf die sich Cassirer bezieht.

Als Beispiel berichtet Kleist von der Sitzung der Stände im vorrevolutionären Frankreich, nachdem der König befohlen hatte, die Stände sollten auseinander gehen. Der Zeremonienmeister kommt also in den Sitzungssaal und fragt, ob man den Befehl des Königs nicht vernommen hätte. Darauf erhebt sich Mirabeau und hält spontan eine Rede:

„Wir haben den Befehl des Königs vernommen (und ich bin gewiss, dass er in diesem Moment noch nicht an die Bajonette dachte, mit denen er schloss), - ja mein Herr, wir haben es vernommen (er weiß noch nicht recht, was er sagen soll), doch was berechtigt Sie, uns hier Befehle anzudeuten? Wir sind die Repräsentanten der Nation! (Jetzt ist das entscheidende Wort gefallen! Wir - Nation!) Die Nation gibt (!) Befehle und empfängt keine! Und erst jetzt bekommt er durch das gesprochene Wort den geistigen Schwung und den Mut, um anzuheben: „Und damit ich mich Ihnen ganz deutliche erkläre: so sagen Sie ihrem Könige, dass wir unsere Plätze anders nicht als auf die Gewalt der Bajonette verlassen werden!" (18)

Die Wirkung der spontanen Rede ist deswegen so groß, weil in ihr das DENKEN IN BEWEGUNG (F.H.) vorgeführt wird - und das ist nichts anderes als die Dreistrahligkeit: die begeisternde Rede nimmt den unausgesprochenen Gedanken der Zuhörer vorweg, sie zeigt darauf, wie der Redner selbst mit den Gegenständen - also den Verhältnissen, den Gegebenheiten - ringt, sie vor seinem Ohr hin und her wägt, von anderen Seiten betrachtet, er zeigt also seine Vorstellungen von den Gegenständen in Bewegung. Liebrucks sagt: „Sprache stellt nicht den Gegenstand und nicht die Vorstellung von ihm dar, sondern bringt die Bewegung zwischen beiden vors Gehör!" (19)

Sprache ist quasi ein ständiges Hin- und Herlaufen zwischen dem Sprechenden, den Gegenständen und dem Zuhörenden bzw. Erwidernden. Diese sprachliche Bewegung stellt zwischen dem einzelnen Menschen und seinen Ansprechpartnern sowie zwischen beiden und der Welt in immer neuen Varianten ein Netz von Bezügen her, das immer wieder aufgelöst und neu geknüpft wird. Humboldt wird im Zusammenhang mit der KUNST (F.H.) darauf zu sprechen kommen, dass die Sprache sich nie in Begriffen festwurzeln darf. Der „Begriff" lässt sich eben nicht in „aseptischer Reinheit" erfassen, wir können uns ihm immer nur sprachlich nähern, wobei wir bald merken, wie er uns im Näherkommen häufig entschwindet, da Sprache stets UMSCHREIBT und den Begriff UMSPIELT (F.H.). Während wir sprachlich versuchen, der Wirklichkeit des Lebens näher zu kommen, zeigt sich uns immer wieder ein letzter „Zwischenraum", der uns vom gänzlichen Erfassen dieser Wirklichkeit trennt. Andererseits haben wir nur in der Sprache die Möglichkeit der Annäherung an die Wirklichkeit.

Ich möchte dazu noch einmal den Dichter Benyoetz zu Wort kommen lassen:



„Mit jedem veränderten Satz gewinne ich Neuland - und

Eine gute Antwort lechzt nach Widerlegung

Es gibt eine Aufklärung der Fragen und eine der Antworten

Fraglosigkeit wird nicht über Antworten erreicht

Wir (aber) vernehmen nur das, was am Fragen nach Antwort drängt, nicht das Ungefragte, auch nicht das Fraglose als Begleitmelodie des Gefragten: etwas, das fragwürdig ist, und nicht, weil es auf Antwort hofft."
(20)

Um das erneut philosophisch zu verdeutlichen: in dieser Bewegung werden Inneres und Äußeres, Subjektives und Objektives, Einzelnes und Allgemeines, Totalität und Individualität, Sein und Werden, Leib und Seele, Geist und Natur immer aufs Neue miteinander verknüpft und wieder getrennt, um in der Trennung eine neue Verbindung einzugehen. In diesem Sinn ist Humboldts sprachphilosophischer „Hauptsatz" zu verstehen: „Durch denselben Akt, vermöge welches der Mensch die Sprache aus sich heraus spinnt, spinnt er sich in dieselbe ein..." (21)

Diese Einsicht in die Sprachlichkeit unseres Lebens und täglichen Weltbegegnung ist von nicht zu unterschätzender philosophischer Bedeutung.

Denn die Philosophie ist in weiten Teilen - wie wir schon gehört haben - an dem Phänomen der Sprache vorbeigegangen. Wir kennen die Philosophie der dualistischen Trennungen - im Mittelalter sprach man von der DOPPELTEN WAHRHEIT (F.H.) -, in der Sinnlichkeit und Vernunft, Geist und Körper, Materie und Geist nie zusammenkommen. Descartes musste schließlich die Welt mithilfe eines „Deus ex machina" erklären, der quasi jede Sekunde in seine unvollkommene Schöpfung eingreifen musste, damit die Materie dem Geist gehorcht. Die andere Tendenz versuchte Einheit herzustellen, indem man nach Auflösung der Gegensätze auf höherer Ebene suchte. Die Idealisten verschieben dabei die Wirklichkeit in das Reich der Ideen bzw. des BEGRIFFS (F.H.), während die Materialisten das Denken selbst als Materie betrachten. Das gesamte abendländische Denken litt durch die Jahrhunderte an der Suche nach dem Absoluten, unter dessen Herrschaft sich die partikularen Substanzen beugen mussten. Alle Ontologie, Substanzmetaphysik, falsch verstandene Ideenlehre etc. waren von dieser Suche nach dem Absoluten getrieben. Inzwischen haben wir uns längst davon verabschiedet, und leben in Zeiten einer post-modernen „Beliebigkeitsphilosophie", fühlen uns jedoch nicht wohler. Während das Motto „Jeder denkt seins" regiert, hat man umso verzweifelter das „Absolute" in den gesellschaftlichen und politischen Modellen und Systemen gesucht, wobei auch Pluralismus und Liberalismus häufig an dieser Systemkrankheit leiden. Alle -Ismen stellen Systemdenken dar und stehen im Gegensatz zu sprachlichem Denken. Immer haben wir es mit KONSTRUKTIONEN DES VERSTANDES (F.H.) zu tun, die der Bewegung der Sprache vorgreifen. Gerade auch in einem idealistischen System edelster und humanster Begriffe von Freiheit, Schönheit, Vernunft und Liebe besteht die Gefahr der Erstarrung und des Dogmas. Ideen werden zu Gegenständen, wenn sie nur GEDACHT (F.H.) werden. Damit werden sie zu einem Objekt, das wir anstaunen, verehren, oder ohne tiefere seelische Durchdringung glauben. Die Begriffe werden zu Bildsäulen, die uns beherrschen statt Spuren auf dem Weg des Denkens zu sein, die sich auch wieder verwischen, die eben nur Fingerzeige sind, die zu anderen Spuren hinleiten. Vergegenständlichte Ideen werden zu Gebrauchszwecken eingesetzt, wodurch man sich politische oder gesellschaftliche Kontrolle über andere verschaffen möchte. Im extremen Fall müssen Menschen gegenüber Ideen Bekenntnisse ablegen, so dass der Idealismus leicht in ein Schema des Freund-Feind-Denkens abgleitet, das auf dem Ausschluss der „Andersdenkenden" beruht und Konsens erzwingen will. Die krampfhafte Suche nach Konsens verhindert und zerstört die Sprachlichkeit im Sinne einer BEWEGUNG DES DENKENS (F.H.), die uns anhält, vermehrt zurückzulaufen, auch mal vorauszueilen und vor allem Umwege zu machen. Dabei gilt es, Irrtümer und Fehler einzugestehen, und den anderen in seiner sprachlichen Bewegung ernst zu nehmen. Benyoetz sagt: „Das Denken muss im Fluss bleiben, auch wenn die Gedanken dabei ertrinken" (22)

Dies widerspricht einer Gesellschaft von Narzisten und Selbstdarstellern, wie wir sie in Politik, Medien, Management zunehmend antreffen. Die Umwege, Irrwege, das Vor- und Zurücklaufen des wahrhaftigen, sprachlichen Denkens macht Politiker und Techniker, auch manche Wissenschaftler nervös! Sie verlangen Entscheidungen, sie wollen präzise Vorgaben. Sie geben vor, handeln zu müssen oder ein technisches Produkt zu verfertigen. Sie geben vor, dass dieses oder jenes FUNKTIONIEREN müsse, dass die Menschen EINE KLARE SPRACHE (F.H.) erwarteten, während wir inzwischen wissen, dass Sprache niemals klar im Sinne von eindeutig ist. SPRACHE IST NICHT INFORMATION (F.H.). Wer immer dies anders sehen möchte, wird in der Flut der „Informationen" ertrinken. Gewiss brauchen wir Entscheidungen, Gebrauchsanweisungen, technische oder mathematische Definitionen, und in all diesen Fällen verlangen wir zu Recht Klarheit. Aber sprachlich müssen die verschiedenen Ebenen getrennt werden. Der Sprachdenker Eugen Rosenstock-Huessy hat die vier Richtungen der Sprache als diejenigen nach vorn, hinten, innen und außen beschrieben. Alle Richtungen haben ihre eigene Sprache: nach vorn die des Machers oder Politikers, nach außen die des Technikers oder Wissenschaftlers, nach innen die des Dichters, nach hinten die des Historikers, Priesters oder Philosophen. Heute tendieren wir jedoch dahin, alle vier Richtungen unter die Sprache des Machers zu zwingen, die des Dichters, des Historikers oder besser des Philosophen oder des Priesters droht manches Mal aus der Öffentlichkeit zu verschwinden und nur in Nischen zu überleben.

Wenn Sprache Information wäre, wie hörte sich dann eine Liebeserklärung an? Der Satz „Ich möchte dich darüber informieren, dass ich mich in dich verliebt habe", brächte jedes zarte Gefühl zum Verstummen. Cassirer weist uns darauf hin, dass Kinder noch mit den Dingen Zwiesprache halten, indem sie ihnen Namen geben. Sobald sich jedoch die reine Sachbeziehung entwickelt, sinkt die Welt zum bloßen STOFF herab: „Sie kann beherrscht werden, sie kann mehr und mehr dem menschlichen Willen gefügig gemacht werden, aber sie ist, vermöge eben dieser Form der Unterwerfung, zugleich für den Menschen VERSTUMMT, SIE SPRICHT NICHT MEHR ZU IHM - DENN EIN WAHRES SPRECHEN GIBT ES NUR DORT, WO ES EIN ECHTES ENTSPRECHEN GIBT! (Hervorhebung F.H.)" (23)

Als „Entsprechung" lassen wir noch einmal den Dichter zu uns sprechen:

„Im Anfang war das Wort: Es werde Licht!

Bei Licht besehen war das Wort

Nicht mehr im Anfang



Am Anfang, an ihrem Aufblühen,

muss die Sprache ein höchst anmutiges Spiel gehabt haben;

alle Organe schienen feiner gewesen zu sein,

besonders das Ohr, auch bei Griechen und Germanen



Und so wird man das Werkzeug in seiner Vollkommenheit schon vor dem Gebrauch besessen haben, so dass man schon alles mögliche hätte sagen können, als man nur erst wenig zu sagen hatte.

Erst das raue, geschichtliche Leben und die Überwältigung der Sprache durch die Sachen, durch den Gebrauch, stumpften sie ab"
(24)

Diese Worte von Elazar Benyoetz lesen sich in der eigentlichen Pointe bei Liebrucks so, dass Sprachlichkeit die Wiederentdeckung der Sinnlichkeit bedeutet. In der Entfaltung unserer Sinne könnten wir nach seiner Ansicht sogar die Tiere wieder überholen, wenn wir in der Sprache „sinnliche Allgemeinbegriffe" entwickelten statt nur abstrakter „Begriffe". Diesen zunächst nur angedeuteten Gedanken äußert Liebrucks bei der Behandlung von Humboldts kunsttheoretischem Werk „Über Goethes Hermann und Dorothea", dem ich mich nun zum Schluss widmen will.



SPRACHE UND SINNLICHE EINBILDUNGSKRAFT: HUMBOLDTS HERMANN UND DOROTHEA

Erneut begegnen wir in dieser Schrift Humboldts dem Paradox, dass der Autor weiter gedacht hat als die meisten Philosophen seiner Zeit, er aber doch mit einem Bein noch in der Welt des Idealismus befangen ist. Dies wird prägnant an dem Punkt, als er der Musik, Malerei und Plastik größere Freiheitsgrade im künstlerischen Ausdruck einräumt als der Literatur und als Begründung anfügt, die Sprache sei eben für den Verstand gemacht. Im Laufe seines sehr ausführlichen Essays „Hermann und Dorothea" widerlegt Humboldt jedoch seinen eigenen Standpunkt! Er selbst zeigt sich hier erneut als jemand, der sprachlich denkt, und dem es in der Tat um die SINNLICHKEIT geht, die er u.a. mit den Begriffen Phantasie und Einbildungskraft bezeichnet.

Humboldts ästhetische Theorie, wie er sie in „Hermann und Dorothea" darlegt, IST nichts anderes als seine Sicht der Sprache und der Sprachlichkeit.

Humboldt gibt darin sogleich einen prägnanten Begriff, was die Aufgabe des Künstlers sei, nämlich DAS WIRKLICHE IN EIN BILD ZU VERWANDELN (F.H.). Wie wir schon gehört haben, ist gerade das die Leistung der Sprache, mit deren Hilfe wir im Sprechen das Wirkliche, die Gegenstände unserer Wahrnehmung in ein Bild, nämlich unsere Vorstellung von den Gegenständen verwandeln. Unser Gesprächspartner soll damit angeregt werden, sich selbst „ein Bild zu machen". Dieser Vorgang lässt sich bei der Betrachtung der Kunst am besten beschreiben, und Humboldt sagt dazu:

„Die Einbildungskraft durch die Einbildungskraft zu entzünden, ist das Geheimnis des Künstlers. Denn um die unsrige zu nötigen, den Gegenstand, den er ihr schildert, rein aus sich selbst zu erzeugen, muss derselbe FREI aus der seinigen hervorgehen." Ein Kunstwerk „soll rein aus der Phantasie des Künstlers entspringen und rein zur Phantasie des Zuschauers gehen". (25)

Hier wird also auf sehr „moderne" Weise die reine Subjektivität des Künstlers und die reine Subjektivität des Zuschauers zum Maßstab der Kunst erhoben. Aber Humboldts Begriff von Phantasie hat nichts mit „phantastisch" im Sinne von überspannter Träumerei, die außerhalb ihres Subjekts nicht nachvollziehbar sein kann, zu tun. Er spricht vielmehr davon, dass neben der Idealität in der Darstellung des Kunstwerks auch seine TOTALITÄT (F.H.) erscheinen soll. Es solle eine PHANTASIE-EINHEIT (F.H.) im Betrachter geweckt werden, um das GANZE Leben der Phantasie vorzuführen und den GANZEN Menschen in seinem Innersten zu erschüttern. Nur in der Stimmung der Phantasie - in der Einheit von EMPFÄNGLICHKEIT UND SELBSTTÄTIGKEIT (F.H.) - wird der vielfältig empfängliche Mensch selbst zu EINEM, indem die Kunst die Welt in größerer Fülle, Vollkommenheit und sinnlicher Totalität darstellt als es die Natur vermag. Als Beispiel gibt Humboldt das Stilleben:

„An einer schön gemalten Frucht bemerkt man ein Schwellen der Contoure, eine Zartheit des Fleisches, eine flaumartige Weichheit der Haut, ein Glühen der Farben, das - so sehr es bloß idealisch - die Natur nie zu erreichen vermag. Man kann darum nicht sagen, dass die gemalte Frucht schöner sei als die natürliche; die Natur ist überhaupt nie schön, (nur) als insofern die Phantasie sie sich vorstellt." (26)

Indem durch das Bild die Phantasie mehr entzündet und auf diese Weise Einbildungskraft und Empfänglichkeit stärker angeregt werden, nimmt der Mensch die Welt „mit allen Werkzeugen seiner Empfänglichkeit in sich auf, um sie mit allen Kräften seiner Selbsttätigkeit umzugestalten und sich anzueignen und dadurch sein Ich mit der Natur in die allgemeinste, regste und übereinstimmendste Wechselwirkung zu bringen". Wechselwirkung im Gegensatz zu Verfügbarkeit ist der entscheidende Begriff für Humboldt. Das Ziel des sprachlichen und künstlerischen Aktes ist es nicht, die Wirklichkeit als Objekt zu besitzen und darüber zu verfügen, sondern den Menschen in eine sinnliche Begegnung mit der Welt und den anderen Menschen zu bringen. Nur in der Erregung der Phantasie ist das Streben des Menschen zu erfüllen, nämlich in der beschränkten und endlichen Welt so zu leben, als wäre sie für uns unbeschränkt und unendlich.

„Die Darstellung dieses Unendlichen wird nun am besten gar nicht vom schweren und ernsten Dichter erreicht", sagt Humboldt, „sondern besser von dem, der mit größter Leichtigkeit daherkommt, die die Einbildungskraft am zartesten und leichtesten zu bewegen versteht, dessen TÖNEN SIE AM ÜPPIGSTEN ENTGEGENSCHWILLT, DER SIE MIT EINER UNENDLICHEN SEHNSUCHT NACH IMMER NEUEN VERBINDUNGEN, IMMER NEUEN FLÜGEN ERFÜLLT. Darin eben besteht das ALLUMFASSENDE (Hervorhebung F.H.), das er ihr mitteilt, dass sie nirgends so schwer auftritt, um sich an einer Stelle festzuwurzeln, dass sie immer weiter und weiter schweift und doch immer den ganzen Kreis zugleich beherrscht, den sie durchstrichen hat...." (27)

Dass in der Bewegung der Sprache sich das Denken nicht an Begriffen festwurzelt, ist Humboldts sprachliches Gegenkonzept zur idealistischen Philosophie, wobei gleichzeitig der zeit- und raumverbindende Charakter der Sprache in Humboldts ästhetischen Schriften klar herausgearbeitet wird:

„Ein Zustand führt immer von selbst die übrigen herbei, durch welche nur gemeinschaftlich der einzelne Mensch oder die ganze Menschheit bestehen kann; und dies ist immer der große Gewinst, den die künstlerisch gestimmte Einbildungskraft auch dem moralischen Menschen gewährt, dass sie ihn gewissermaßen alle Epochen des Lebens zu vereinigen, die verflossene noch fortzusetzen und die nächstfolgende schon anzufangen lehrt, ohne dass er darum doch der gegenwärtigen weniger eigentümlich angehört." (28)

Und so schließt sich der Kreis zwischen dem Individuellen und dem Universellen, dem Einzelnen und dem Allgemeinen, dem Menschen und der Menschheit; durch die Sprache werden wir miteinander verbunden, über Zeit und Raum hinweg, und nur in der Sprache können wir diese Anknüpfung unseres vereinzelten Daseins an die Menschheit sinnlich erfahren.

In Goethes „Herrmann und Dorothea" hat Humboldt die Leichtigkeit fasziniert, mit der jene Verbindung des einzelnen Schicksals mit dem der ganzen Menschheit geknüpft wird und die Phantasie aufs höchste entzündet.


Der Weg der Worte, der Sätze, der Sprache ist der Weg der Menschheit. Schön und knapp klingt dies bei Benyoetz:


„Im Anfang war das Wort

Und ein Wort gab das andere,

und von jedem Wort gingen Wege aus, die sich abgespalten haben,

um aneinander vorbeiführen zu können

Ein Wort gibt das andere und weiter nichts"
(29)


Dieses „weiter nichts" ist Alles, was wir haben, und daher sollten wir pfleglich damit umgehen und uns nicht in Begriffen festwurzeln, sondern das Sprechen lebendig halten.

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Bildnachweis 1: (LINK)
Bildnachweis 2: (LINK)


Anmerkungen:

(1) Uwe Pörksen: „Plastikwörter - Die Sprache einer internationalen Diktatur", Verlag Klett-Cotta, Stuttgart, 1988

(2) ebd., S.80

(3) „Über die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaus" in Wilhelm von Humboldt, Werke in fünf Bänden, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 1979 - Band III, S. 224

(4) „Über den Nationalcharakter der Sprachen", Wilhelm von Humboldt, Werke in fünf Bänden, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1979, Band III, S.77

(5) ebd.

(6) „Über die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaus", Wilhelm von Humboldt, Werke in fünf Bänden, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1979, Band III, S. 418

(7) ebd., S.386

(8) Elazar Benyoetz: „Die Eselin Bileams und Kohelets Hund", Hanser Verlag, München 2007 - S.72

(9) „Über die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaus" in Wilhelm von Humboldt, Werke in fünf Bänden, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1979, Band III, S.428

(10) Ebd., S.452f.

(11) Ebd., S.426

(12) Bruno Liebrucks: „Sprache und Bewusstsein", Akademische Verlagsgesellschaft, Frankfurt/Main 1964, Band II, S.256/257

(13) Wilhelm von Humboldt, GS Band VI, Akademie-Ausgabe Berlin 1903, S.120

(14) Wilhelm von Humboldt: „Über die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaus", Werke in fünf Bänden, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1979, Band III, S.195

(15) Ebd.

(16) Bruno Liebrucks, „Sprache und Bewusstsein", Akademische Verlagsgesellschaft Frankfurt/Main 1964, Band I, S.217f.

(17) Humboldt, „Verschiedenheit des Sprachbaus", Werke in fünf Bänden, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1979, Band III, S.196

(18) Zit. Nach Ernst Cassirer: „Symbol, Technik, Sprache", Felix Meiner Verlag, Hamburg 1985, S.150

(19) Bruno Liebrucks, „Sprache und Bewusstsein", Akademische Verlagsgesellschaft Frankfurt/Main 1964, Band II, S.84

(20) Elazar Benyoetz, „Die Eselin Bileams und Kohelets Hund", Hanser Verlag München 2007, S.69 und S.73

(21) Wilhelm von Humboldt, Werke in fünf Bänden, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1979, Band III, S.224f.

(22) Elazar Benyoetz, „Die Eselin Bileams und Kohelets Hund", Hanser Verlag München 2007, S.109

(23) Bruno Cassirer, „Symbol, Technik, Sprache", Felix Meiner Verlag Hamburg 1985, S.146f.

(24) Elazar Benyoetz, „Die Eselin Bileams und Kohelets Hund", Hanser Verlag München 2007, S.107

(25) Wilhelm von Humboldt, „Über Goethes Hermann und Dorothea", Werke in fünf Bänden, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1979, Band II, S.138f.

(26) Ebd., S.142

(27) Ebd., S.148

(28) Ebd., S.152

(29) Elazar Benyoetz, „Die Eselin Bileams und Kohelets Hund", Hanser Verlag München 2007, S.67